Bank Austria Kunstpreis 2014, Kategorie Kunstvermittlung 

 „Unsere Vision war und ist es, das intensive Erleben der Musik von Anton Bruckner, die sich nicht jedem leicht erschließt, zu ermöglichen und Nachwuchstalente zu fördern.“ so Univ. Prof. Dr. Klaus Laczika, Gründer der St. Florianer Brucknertage.
 
Unser „klangvolles“ Projekt, das 1997 als private Initiative begann und heute, laut dem Londoner „The Bruckner Journal“, ein Höhepunkt unter den weltweiten Brucknerveranstaltungen“ ist, wurde mit einem der beiden Preise in der Kategorie Kunstvermittlung ausgezeichnet. „Das Besondere an den St. Florianer Brucknertagen ist die Verbindung von Ort, Komponist und Werk,“ streicht der Arzt Klaus Laczika heraus. Sie finden jährlich in der zweiten Augustwoche inmitten der geistigen Heimat Bruckners (1824-1896), dem Augustiner Chorherrenstift in St. Florian, statt.
Ein Ort der Stille und Weite, um sich berühren zu lassen von der Musik des genialen Komponisten, Organisten und Musikpädagogen. Matthias Giesen, künstlerischer Leiter: „Wir möchten unsere Besucherinnen und Besucher zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Schaffen Anton Bruckners ermutigen und zudem, zum Beispiel mit Jazzversionen, eine Brücke zur modernen Musik schlagen. Diese Auseinandersetzung erreichen wir nicht nur durch hochkarätige Konzerte, sondern auch durch Symposien und Vorträge.“
 
Nachwuchsförderung – mit großem Erfolg
Wie auch Bruckner selbst zeitlebens bestrebt war, junge Menschen in ihrem Erleben von Musik zu unterstützen, ist die Förderung von Nachwuchstalenten auch hier ein weiteres wichtiges Standbein. So wurde im Jahr 2014 Bruckners 8. Symphonie vom Jugendorchester Oberösterreich unter Rémy Ballot mit sensationellem Erfolg aufgeführt.
Über den Gewinn des Preises freuen wir uns sehr, da uns dieser „einen Polster sowie genug Luft zum Atmen“ verschafft. Und zudem „Die Öffnung des Horizonts“ ermöglicht: Unter diesem Motto stehen nämlich die St. Florianer Brucknertage 2015, die sich mit Bruckners Reise nach Frankreich beschäftigen.
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Herzlich Willkommen zu den St. Florianer Brucknertagen 2015!

Bruckners Orgelspiel in der Notre-Dame gilt als Sternstunde der Musikgeschichte. Noch Jahrzehnte später schwärmen französische Komponisten vom Wunder der Improvisations-kunst Bruckners.
 
Eigentlich hat er sich im Frühling 1869 zu einem Orgel-Wettspiel in der Kirche St. Epvre in Nancy aufgemacht. Aus dem Turnier wird ein Triumphzug: Jury und Publikum sind von Bruckners Improvisationskunst begeistert.
 
Man lädt ihn sogleich ein, in Paris zu spielen. Und dort nimmt der Jubel nach seinem Orgelkonzert am 1. Mai 1869 in Notre Dame kein Ende mehr – ein gefeierter Orgelvirtuose ist geboren.
 
 „Die Zeitungen sagen, man habe in Paris etwas Vorzüglicheres nie gehört. Solchen Triumph werde ich nie mehr erleben“, schildert Anton Bruckner wenige Wochen nach seiner Frankreich-Reise in einem Brief an den Linzer Domdechant.
 
Mit diesem Gastspiel macht Anton Bruckner, der erst vor wenigen Monaten von Linz nach Wien übersiedelt ist, um am Konservatorium zu lehren, erstmals über die Grenzen des Landes auf sich aufmerksam.
 
Die Reise nach Frankreich nimmt auf beindruckende Weise seine späteren Erfolge als Symphoniker vorweg. Sie gibt ihm Kraft und Selbstvertrauen. Mit seinen Symphonien – vor allem mit seiner Neunten – wird Bruckner in der Folge die Tür zur Musik des 21. Jahrhunderts weit geöffnet, allen Angriffen seiner Kritiker zum Trotz.
 
In seinem virtuosen und ausufernden Orgelspiel liegt der Ursprung seines Werks als „Revolutionär“ der Musikgeschichte.
 
„Die St. Florianer Brucknertage nähern sich 2015 diesem Meilenstein in Bruckners Vita, seinem triumphalen Gastspiel in Frankreich, auf vielfältige Weise. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und spannende musikalische Begegnungen.“
 
MATTHIAS GIESEN
Künstlerischer Leiter der St. Florianer Brucknertage