
Mit einem herzlichen Gruß aus dem Stift St. Florian darf ich Sie auf die Brucknertage 2010 hinweisen!
Vom Sonntag, 15. August, bis zum Samstag, 21. August, erwartet Sie auch heuer ein breit gefächertes Programm, das Ihnen beeindruckende musikalische Ereignisse bereiten wird.
Beginnend mit dem nun schon traditionellen Eröffnungskonzert der Wiener Streichersolisten über ein Orgelkonzert mit drei Organisten wird eine große Vielfalt an Musik geboten, von Anton Bruckner und in Beziehung zu Anton Bruckner.
Das Chorkonzert mit den Florianer Sängerknaben bringt das Thema der Brucknertage 2010 „Schubert und Bruckner“ ins Spiel. Zunächst bei den Knaben im Gesang. Dann beim Konzert des Eggner-Trios in kammermusikalischer Besetzung.
Den Jazzfreunden wird auch wieder im Bibliothekskeller ein Leckerbissen geboten mit der „Unnummerierten“. Man darf auf die modernen Klänge gespannt sein, wie sie die Beziehung „Schubert und Bruckner“ ins Heute übersetzen.
Höhepunkt wird das Chor-Orchesterkonzert sein mit einer Sinfonie von Franz Schubert und dem Te Deum von Anton Bruckner.
Sie werden Musik in der besonderen Atmosphäre St. Florians genießen können. Die Werke mögen Ihnen bekannt sein. Wenn Sie noch nie in St. Florian waren, erwartet Sie Musik, wie Sie Ihnen noch nicht zu Ohren gekommen sein wird!
Ich bin mir sicher, dass Sie diese Konzerte besonders genießen werden.
Ich freue mich auf Ihr Kommen!
+ J. Holzinger
Propst
Eröffnungskonzert der BrucknerTage
Werke von W. A. Mozart, Anton Bruckner u. a.
"Wiener Streichersolisten (Mitglieder der Wiener Philharmoniker)"
Kirill Kobantschenko, Violine
Michael Hell, Violoncello

Marmorsaal
20.00h
Giuseppe Antonio Brescianello (1690-1758):
Sinfonia op. 1
Franz Schubert (1797-1828):
Rondo A-Dur für Violine und Orchester D 438
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847):
Oktett für Streicher Es-Dur op. 20
Wolfgang Amadeus Mozart (1759-1791):
Ouvertüre zur Oper Idomeneo KV 366
Peter Tschaikowsky (1840-1893):
Arie des Lensky aus der Oper Eugen Onegin
(für Violoncello und Streicher bearbeitet)
Claude Debussy (1862-1918):
Golliwoggs cake walk aus: Children’s corner
Franz Schubert:
Grazer Galopp D 925
Johann Strauß (Vater; 1804-1849):
Heimatklänge - Walzerfantasie op. 84
Johann Strauß (Sohn; 1825-1899):
Pariser Polka op. 382; Persischer Marsch op. 289
Josef Strauß (1827-1870):
Sport-Polka op. 170
Konzertkarten € 20.00 - € 35.00
Das Programm des diesjährigen Eröffnungskonzertes bietet einen Querschnitt aus feinster Streichermusik des 18. und 19. Jahrhunderts.
Nach einer Sinfonia des Italieners Giuseppe Antonio Brescianello, seinerzeit Musikdirektor am herzöglich-württembergischen Hof in Stuttgart, wird der Solist und Konzertmeister der Wiener Streichsolisten, Kyrill Kobatchenko, das Rondo in A-Dur von Franz Schubert vortragen. Das Hauptwerk des Abends stellt aber das selten zu hörende Oktett in Es-Dur op. 20 von Felix Mendelssohn-Bartholdy dar. Dieses viersätzige Werk für vier Violinen, zwei Bratschen und zwei Celli wird in chorischer Fassung zu hören sein. Das frühe Meisterwerk komponierte der Genius mit 16 Jahren und widmete es seinem Freund, dem Geiger Eduard Rietz. Wie die meisten frühen kammermusikalischen Werke waren sie bestimmt für die sonntägliche Musik im elterlichen Hause Mendelssohns. Neben den aus dieser Zeit stammenden Klavierquartetten und den frühen Streichquartetten und -quintetten bildet das Oktett das gelungenste Werk.
Der zweite Teil des Konzertes ist Musik aus Oper und Tanz gewidmet. Der feurigen Ouvertüre zur Oper Idomeneo, die Mozart 1780 für den Münchner Hof als Karnevalsoper komponierte, folgt eine Streicherbearbeitung der Arie des Lensky aus Tschaikowskys Oper Eugen Onegin. Die tief elegische Tenorarie wird am Cello von Michael Hell „gesungen“. Debussys lustig verspielt anmutendes Stück Golliwoggs cake walk ist ursprünglich ein Klavierstück aus dem Zyklus Children’s Corner für seine dreijährige Tochter Chouchou. Mit Werken aus dem Grundrepertoire der Wiener Philharmoniker – Musik der Strauß-Dynastie - klingt das Eröffnungskonzert tänzerisch aus.
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> Kritik Oberösterreichische Nachrichten 170810
Orgelkonzert mit 3 Organisten
an der Bruckner-Orgel
mit VISUALISIERUNG!

Stiftsbasilika
20.00h
Jürgen Natter,
Matthias Maierhofer und
Johannes Trümpler an der
Bruckner-Orgel
Harald Ehrl, Chorgeläute
Schola Floriana; Matthias Giesen, Dirigent
Michael Floredo (*1967):
Sinfonie Nr. 3 für drei Organisten
an einer Orgel „St. Florian“ (Uraufführung)
Gregorianischer Choral und Glocken
Dieser Orgelabend ist kein gewöhnliches Orgelkonzert. An diesem Abend trifft sich in der Stiftsbasilika die älteste abendländische Musik – der Gregorianische Choral – mit einer Neukomposition für St. Florian, einer Sinfonie für drei Organisten an einer Orgel.
Der Vorarlberger Komponist Michael Floredo, der mit St. Florian schon seit langer Zeit in enger Verbindung steht, erhielt vor zwei Jahren einen Kompositionsauftrag der BrucknerTage St. Florian. Mit der Besetzung seines Werkes schuf er etwas ganz Neues. Der Form einer Bruckner’schen Sinfonie folgend ist das Werk in vier Sätzen mit Sonatensatz, Adagio, Scherzo und Finale aufgebaut. Zum ersten Mal in der Musikgeschichte wird die Orgel in einer solchen Besetzung gespielt.
Die Organisten spielen in kammermusikalischer Manier nebeneinander an der Bruckner-Orgel. Das Zusammenspiel der drei Organisten in der technisch äußerst anspruchsvollen Anlage der Sinfonie wird auf einer Leinwand in den Altarraum übertragen, sodass das Spiel der Organisten, des Registranten und des Dirigenten (!) mitverfolgt werden kann. Sechs Hände und sechs Füße werden auf den vier Orgelmanualen diese Sinfonie aus der Taufe heben. Die dabei beabsichtigten Klangfacetten der Bruckner-Orgel reichen vom großen sinfonischen Gestus im ersten und vierten Satz bis zum kammermusikalisch filigranen Spiel im Scherzo. Die Interpreten sind drei junge aufstrebende Organisten aus Österreich und Deutschland, Jürgen Natter aus Vorarlberg, Matthias Maierhofer aus Graz und der Organist der Abtei Maria Laach, Johannes Trümpler.
Floredo lässt sein Werk nicht einfach anfangen, sondern es schält sich aus dem jahrhundertealten Klang der Glocken heraus. Die wiederum werden zum Gregorianischen Choral erklingen. So wird eine Brücke von der ältesten zur neuesten Musik des Abendlandes geschlagen.
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> Kritik Oberösterreichische Nachrichten 180810
Chorkonzert
mit den St. Florianer Sängerknaben

Marmorsaal
20.00h
St. Florianer Sängerknaben
Männerchor und Männerquartett der
St. Florianer Sängerknaben
Leitung und Klavier: Franz Farnberger
Franz Schubert (1797-1828):
Hymnus an den Heiligen Geist („Herr unser Gott“) D 964
Gott im Ungewitter D 985
Der 23. Psalm („Gott ist mein Hirt“) D 706
Anton Bruckner (1824-1896):
Psalm 22 („Der Herr regieret mich“)
Locus iste
Ave Maria
Christus factus est
Os justi
Franz Schubert:
Räuberquartett D 435/13
Ständchen („Zögernd, leise“) D 920
Anton Bruckner (arr. Hans Völgyfy):
Trösterin Musik
Franz Schubert (arr. Franz Farnberger):
Nachtgesang im Walde D 913
Anton Bruckner:
Um Mitternacht
Franz Schubert:
Widerspruch D 865
Anton Bruckner:
Herbstlied
Franz Schubert:
Die Geselligkeit (Lebenslust) D 609
An die Sonne D 439
Der Tanz D 826
Die St. Florianer Sängerknaben, die schon mehrfach bei den BrucknerTagen mitgewirkt haben, werden in diesem Jahr in einem eigenen Konzert die Komponisten des diesjährigen Mottos einander gegenüberstellen.
Dabei wird auch der Männerchor - bestehend aus ehemaligen Sängerknaben - mitwirken. Im ersten Teil wird neben den bekannten Motetten Locus iste, Ave Maria, Christus factus est und Os justi auch eine selten zu hörende Motette über den Psalm 22 für gemischten Chor mit Klavier aus Bruckners Florianer Zeit zu hören sein. Dem gehen drei geistliche Werke für verschiedene Chorbesetzungen von Franz Schubert voraus.
Der zweite Teil ist der weltlichen Chormusik gewidmet. Hier finden sich unbekanntere Chorwerke Bruckners in Männerchorbesetzung (z. T. kombiniert mit Knabensoli), wie Trösterin Musik, Um Mitternacht und das Herbstlied. Neben dem Räuberquartett aus dem Opern-Fragment Die Bürgschaft stehen auch bekannte Stücke der Chorliedgattung, wie das Ständchen oder der Widerspruch, auf dem Programm. Dabei bietet die Programmgestaltung der St. Florianer Sängerknaben eine durchaus gängige Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts, indem manche Stücke arrangiert und für Knabenchor umgesetzt wurden.
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Kammermusikabend
mit dem Eggner-Trio

Sala terrena
20.00h
Eggner-Trio
Georg Eggner, Violine
Florian Eggner, Cello
Christoph Eggner, Klavier
Franz Schubert (1797-1828):
Sonatensatz in B-Dur D 29
Ludwig van Beethoven (1770-1827):
Klaviertrio D-Dur op. 70/1 („Geistertrio“)
Franz Schubert:
Adagio Es-Dur, op.post.148/D 897 „Notturno“
Johannes Brahms (1833-1897):
Klaviertrio H-Dur op. 8 Nr.1
Eine besondere Ehre ist es uns, die Gebrüder Eggner heuer bei den BrucknerTagen begrüßen zu dürfen. Die drei Florianer haben mit ihrem Trio schon jetzt internationalen Weltruhm erlangt und gastierten bereits auf allen Kontinenten.
Zwei gewichtige Werke der Kammermusikliteratur von Beethoven und Brahms werden von zwei Einzelsätzen Franz Schuberts kontrapunktiert, ein Sonatensatz eines nicht vervollständigten Trios in B-Dur aus dem Jahre 1812 und dem „Notturno“ in Es-Dur aus Schuberts Todesjahr 1828. Das „Notturno“ komponierte Schubert vermutlich als ursprünglich zweiten Satz seines B-Dur-Klaviertrios, ebenfalls ein Spätwerk Schuberts.
Beethovens „Geistertrio“ verdankt seinen Beinamen den extremen Tempokonstrasten: Allegro vivace con brio – Largo assai ed espressivo – Presto. Neben den beiden äußerst schnellen Ecksätzen ist das Trio auf den extrem langsamen Mittelsatz konzentriert. Beethoven verwendet bei sehr langsamem Tempo extrem kleine Notenwerte, sodass das Takt- und Metrumgefühl aufgelöst zu sein scheinen. Die Rezensenten des 19. Jhd. stellten das „Geistertrio“ immer wieder als für Beethoven idealtypisch dar. Brahms’ erstes Kammermusikwerk ist das Klaviertrio H-Dur op. 8, komponiert als 20-Jähriger in Bonn und Düsseldorf. Das Stück war in seiner Erstfassung sehr wüst und von außerordentlicher Länge. Clara Schumann, der Brahms das Werk im März 1854 vorspielte, äußerte ihre Bedenken gegenüber dem langen ersten Satz. Erst 1889/90 arbeitete Brahms das Werk in die heute üblicherweise zu hörende Fassung um und teilt dies Clara Schumann umgehend mit: Ich habe mein H-Dur-Trio noch einmal geschrieben […] So wüst wird es nicht mehr sein wie früher – ob aber besser?
Matthias Giesen
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> Kritik Oberösterreichische Nachrichten 200810

Bibliothekskeller
20.00h
17.00h Einführungsvortrag
Janus Ensemble,
feat. Spring String Quartet
Bertl Mütter (Wanderposaune)
Christian Wirth, Violine
Marcus Wall, Violine
Julian Gillesberger, Viola
Stephan Punderlitschek, Violoncello
Tibor Kövesdi, Kontrabass
Sonja Korak, Flöte
Georg Riedl, Klarinette
Balduin Wetter, Horn
Mario Rom, Trompete
Christian Heitler, Klavier
Berndt Thurner, Percussion
Christoph Cech, Leitung
Christoph Cech (*1960):
Die Ungezählte
Bruckner – Schubert – Cech
Bruckner und Schubert folgen entgegengesetzten
Kreationswirklichkeiten.
Bruckner sucht das Detail in der Weite und Schubert sucht die Weite im Detail. Diese entgegengesetzten Vorzeichen erzeugen aber keine Opposition, sondern eher einen Magnetismus oder besser gesagt eine Sehnsucht. Was Bruckner bei Schubert sehnlich gesucht hat, war sicher nicht dessen Scheitern in der großen Form, sondern der enorme Ausdruck in der Intimität, einfach die Kammer.....Musik.......als Welt. Cech muss entgegengesetzte Sehnsuchtsrichtungen in die Form der „ungezählten Symphonie“ gießen, wobei das nicht Zählbare schon Teil des Programms ist, ein Spiel des Wechsels der Sichten und Formen in Rasanz zu inszenieren, sich, das Ensemble und das Publikum auf die Hoch-, Tief- und Durchschaubahnfahrt der Kopfherzen und Herzköpfe zu schicken.
Janus Ensemble
Wir wollen uns nach allen Richtungen offene Ohren bewahren, wollen aufnehmen, was die verschiedenen Musiker als ihr Eigenes einbringen. Allein das ergibt ein Konglomerat aus sehr vielen unterschiedlichen stilistischen Blickwinkeln. Die Gesamtheit der Unterschiede formen wir zu unserer Eigenheit um. Das verlangt Hingabe und Sensitivität. Wir sind kein Einwegunternehmen, wir beschreiben oft kompliziert-verschlungene, mäanderartige Vielwege.
Christoph Cech
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> Kritik Oberösterreichische Nachrichten 210810
Fr 20. 8.
TEDEUM
Sinfonie- und Chorkonzert

Stiftsbasilika
20.00h
17.00h Einführungsvortrag
Regina Riel, Sopran
Daniela Treffner, Alt
Markus Miesenberger, Tenor
Albert Pesendorfer, Bass
StiftsChor St. Florian, Chor Haag
(Choreinstudierung: Matthias Giesen und Edgar Wolf)
Altomonte-Orchester
Leitung: Matthias Giesen
Franz Schubert (1797-1828):
Sinfonie Nr. 4 c-Moll D 417 („Die Tragische“)
Adagio molto/Allegro vivace
Andante
Menuett. Allegro vivace
Allegro
Augustinus Franz Kropfreiter (1936-2003):
Magnificat für Sopran und Orchester
Anton Bruckner (1824-1896):
Te Deum für Soli, Chor und Orchester WAB 45
Das Konzept dieses Konzertes verbindet das Motto der diesjährigen BrucknerTage mit der neueren Musikgeschichte des Stiftes.
Schubert selbst gab seiner IV. Sinfonie den Beinamen „Die Tragische“, weil sie als erste seiner Sinfonien einen dunklen Gestus hat und stürmisch-pathetische Elemente betont, womit sie sich deutlich von den früheren absetzt. Die Tragik wird aber im Beethoven’schen Sinne siegreich behandelt. Die Betitelung dieses Werkes hat im gesamten 19. Jahrhundert zahlreiche Diskussionen über den Begriff des Tragischen in der Musik ausgelöst (z. B. bei Schumann oder Dvořák). Das Werk ist in seiner harmonischen Sprache überaus modern und neuartig; dem gegenüber steht der schlichte liedhafte und besonders ausgereifte langsame Satz. Auffallend ist auch die erstmals große Besetzung mit vollem Bläserapparat und vier Hörnern. Schubert komponierte diese Sinfonie 1816.
Kropfreiters Magnificat ist eines seiner letzten Werke. Darin behandelt der Florianer Meister die sehr hohe Sopranstimme jubelnd kolorativ in Abwechslung mit lyrischen Momenten. Das klassisch besetzte Orchester begleitet nicht nur den Sopran, sondern spürt nahezu programmatisch dem Text nach. Das Stück wurde im Floriani-Jahr 2004 zusammen mit seinem Canticum Sancti Floriani Martyris in der Stiftsbasilika St. Florian uraufgeführt.
Die Entstehungszeit von Bruckners Te Deum – eines seiner Hauptwerke - fällt in das Wendejahr von Bruckners Karriere. 1881 – nach der bejubelten Uraufführung seiner IV. Sinfonie – begann der Komponist mit der Komposition seines Te Deums. In dem Werk zeigt Bruckner seine ganze sinfonische Kraft und technische Stärke in einem der ganz wenigen kirchenmusikalischen Werke ohne Auftrag oder äußeren Anlass. Zugunsten der VI. und VII. Sinfonie unterbricht Bruckner die Arbeit an dem Werk und nimmt sie erst im Herbst 1883 wieder auf. Jetzt arbeitet er das berühmte Thema aus dem Adagio seiner VII. Sinfonie als „Non-confundar“-Thema in sein Te Deum ein. Bei diesem unsterblichen Bruckner-Thema, das in vielen seiner Werke fast idiomatisch auftaucht, handelt es sich wohl gleichzeitig um sein bekanntestes. Die unerhörte Kraft und das gewaltige Gotteslob, welches diesem Werk entspringt, verleihen dieser Gattung den uneingeschränkten Höhepunkt.
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> Kritik Oberösterreichische Nachrichten 230810
19.30h, Wirtshaus Wimhofer
„Zum Goldenen Löwen“ St. Florian
Ausklang
der BrucknerTage mit den Florianer Tanzlgeigan
Monika Witzany, Violine/Gesang
Ursula Kopf, Violine/Gesang/Gitarre
Uta Derschmidt, Violine/Gesang
Markus Kraler, Kontrabass/Gesang/Akkordeon
Abendkarte: € 15.00
Ganzer Tag/Kombikarte: € 48.00
„Brucknerisch“
„Fräulein Binder (vom Schauspieler die Schwester), Fräulein Adamo (Rotters Nichte, (Schnellpolka!), Fräulein Seewald von der Landstraße (Vater Industrieller?) ... Stadtgärtnerstocher, Königin des Juristenballs; sehr schön!!“
Josef Anton Bruckner notierte so in seinem Kalender die wichtigsten Details über die Partnerinnen der letzten Tanznacht, als er in seinen relativ kurz gehaltenen Hosen, die ihm beim Orgelspielen das Spiel der Pedale erleichterten, das Tanzbein schwang. Ob er dazu den „Zottel“, seinen „Gschnürleten“, den „Gigerl“, den „Blauen“ oder den „Weichen“ – wie er seine Röcke nannte – trug, ist nicht vermerkt.
Die Florianer Tanzlgeiga erinnern sich in ihrem Programm Brucknerisch an den großen Symphoniker des 19. Jahrhunderts, der im gleichen musikalischen Landstrich aufgewachsen ist wie die Florianer Tanzlgeiga selbst. Die Landler und Walzer, die bei den Tanzlgeigan erklingen, sind jene Stücke, die Bruckner von früher Kindheit an prägten. Bereits sein Vater fiedelte in den umliegenden Wirtshäusern, um seinen spärlichen Lohn aufzubessern. Bruckner selbst war Florianer Tanzlgeiger, wenn er in Windhaag mit seinem Schüler Josef Jobst auf der Geige die damals beliebten Gstrampft´n zum Tanz aufspielte, begleitet von bäuerlichen Musikanten mit Trompeten und Klarinetten.
Und bei der so genannten „Rocka Roas“, bei der die Burschen des Ortes die Flachs spinnenden Mädchen auf den Bauernhöfen aufsuchten und spontan zum Tanz aufforderten, entlockte der damalige Windhaager Schulgehilfe Bruckner seiner Geige so manchen improvisierten Landler. Nicht zuletzt zählen zu seinen frühen Kompositionen auch Landler, die er zuhauf für seine Geigenschüler geschrieben hatte. Die Florianer Tanzlgeiga kehren also zu den Wurzeln zurück, holen Anton Bruckner von der Empore, vom Podium zurück ins Wirtshaus. Und genau in diesem Wirtshaus in St. Florian, schon damals eine beliebte Wirkungsstätte Bruckners, findet der Ausklang der Brucknertage 2010 statt.
In Brucknerisch hören Sie nicht nur besagte Landler in der Originalbesetzung. Der Abend führt vielmehr tiefer in die oberösterreichische Seele: Er erzählt von Lust und Freud, Leben und Leiden eines genialen Menschen zwischen Wirtshaus und Klostermauern.
Im Programm mischen sich unter Walzer, Polka und Boarische Melodien aus Bruckners Symphonien. Eben Brucknerisch. Die Dinge vermengen sich und lassen verstehen. Die Tanzlgeiga wühlen im Humus, auf dem nicht nur ein „Dem lieben Gott“ gewidmetes Opus gedeihen konnte.
Es wird von jenem Menschen gesungen, der Zeit seines Lebens hoch geschätzt war und zugleich von vielen vernichtet wurde, der die Orgel, den Konzertsaal und das Wirtshaus gleichermaßen liebte. Und was seine Lieblingsspeise betrifft:
„Sehn S’ Herr Doktor, dös is der Punkt, wo wir uns verstehn. Knödl und Gselchtes ess i a!“
war der erlösende Ausspruch Bruckners gegenüber Johannes Brahms, als sich die beiden Kontrahenten einmal peinlich schweigend im Wirtshaus gegenübersaßen.
Bruckner liebte das Essen.
Bruckner verehrte Franz Schubert.
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